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SiGe-Planung und -Koordination

Warum SiGe-Koordination?

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Warum SiGe-Koordination?

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Das Unfallgeschehen

Aus den Unfallstatistiken geht eindeutig hervor, daß das Baugewerbe im Vergleich zum übrigen Gewerbe leider eine traurige Spitzenreiterposition einnimmt. Die Unfallhäufigkeit im Bereich der Bau-Berufsgenossenschaften liegt um das 2- bis 3-fache über dem Durchschnitt aller gewerblicher Berufsgenossenschaften.

Die Gründe liegen im Arbeitsplatz Baustelle. Denn Baustellen unterscheiden sich von den üblichen, industriellen Arbeitsplätzen durch

Arbeitsunfälle 1997
nach Berufsgenossenschaften in Unfälle je 1000 Vollarbeitnehmer
Gewerbliche BG's insgesamt 40
Südwestl. Bau BG 79
Bau BG Rheinland und Westfalen 93
Württembergische Bau BG 89
Tiefbau BG 97
Bau BG Frankfurt a.M. 97
Bau BG Hannover 107
Bau BG Bayern und Sachsen 105
Bau BG Hamburg 134

- häufigen Ortswechsel des Arbeitsplatzes
- ständig sich ändernde Arbeitsplatzbedingungen
- zusätzliche, gegenseitige Gefährdungen durch eine Vielzahl beteiligter Unternehmer und Subunternehmer
- risikoreichere Arbeiten

An diesen Punkten setzt die Baustellenverordnung an. Durch sicherheitsbewußte Koordination der Bauabläufe und gemeinsam genutzte Sicherheitseinrichtungen sollen das Sicherheitsniveau erhöht und die Unfallhäufigkeit gesenkt werden.

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Für und Wider

Natürlich gehen, wie bei allen gesetzlichen Neuordnungen, die Meinungen weit auseinander. Währen den Befürwortern die Verodnung als sogenannte "schlanke Vorschrift" nicht weit genug geht, sehen die Gegner der Verordnung in ihr nur ein weiteres Indiz europäischer Regulierungswut in Verbindung mit der sprichwörtlichen "Deutschen Gründlichkeit".

Die Argumente der Gegner:

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Das Bauen wird teurer, weil durch zusätzliche Planungs- und Koordinierungsleistungen die Baunebenkosten ansteigen werden.

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Das Bauen wird teurer, weil durch übertriebenes Sicherheitsdenken zusätzliche Kosten für Sicherheitseinrichtungen entstehen werden.

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Planen und Bauen werden komplizierter, weil der Kreis aus Bauherren, Behörden, Planern und Handwerkern um einen oder mehrere SiGe-Koordinatoren erweitert wird und deren Leistung ihrerseits in die Planungs- und Ausführungsabläufe koordinierend zu integrieren ist. Die SiGe-Koordinatoren werden sich als verlängerte Arme der Aufsichtsbehörden aufspielen.

Die Argumente der Befürworter:

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Das Bauen wird billiger, weil durch den Koordinierungszwang Planungs- und Ausführungsabläufe terminsicherer erfaßt und damit wirtschaftlicher werden.

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Das Bauen wird billiger, weil durch die Nutzung gemeinsamer Sicherheitseinrichtungen Mehrfachkosten für derartige Einrichtungen vermieden werden.

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Das Bauen wird langfristig gesehen billiger, weil durch niedrigere Unfallzahlen die Aufwendungen der Arbeitgeber geringer werden.

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Die Volkswirtschaft wird durch niedrigere Unfallzahlen kostenmäßig entlastet.

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Die SiGe-Koordination ist als Maßnahme zur Verringerung der Unfallhäufigkeit eine soziale Verpflichtung.

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Resümee

Ob das Bauen letztlich teurer, billiger, einfacher, komplizierter wird und die Volkswirtschaft tatsächlich eine Entlastung erfährt, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt überhaupt nicht kalkulierbar. Das wird und muß die Zukunft zeigen!

Zwei Dinge dürften jedoch ohne jeden Zweifel feststehen:

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Die SiGe-Planung und -Koordination wird sich positiv auf das Unfallgeschehen auswirken.

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Die Baustellenverordnung ist Fakt! Wir alle - Bauherren, Planer, Ausführende - müssen ihre Existenz akzeptieren und die sich daraus ergebenden Pflichten

Wenn wir dabei mit Vernunft und Augenmaß vorgehen, die SiGe-Planung und -Koordination nicht zum Selbstzweck verkommen lassen, könnte es sogar sein, daß das Bauen dadurch wenigstens nicht teurer und komplizierter wird.

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